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man immer elitärer wird, liegt das nicht an einem selbst, sondern an den Mitmenschen, die sich disqualifizieren. Gestern las ich in einer Musikzeitschrift ein Gespräch mit einem deutschen Nachwuchssänger, in dem dieser behauptet, das Wort stamme aus dem Polnischen und bedeute Da hat er wohl was verwechselt. Man kann nicht alles wissen, aber wegen solcher Eindrücke ist es mir unangenehm, aus den Proust Notizen vorzulesen, weil man das Gefühl hat, die Menschen schon zu belästigen, wenn man einen Satz mit Nebensätzen zitiert. Eigentlich schon, wenn man einen Autor erwähnt, den nicht jeder kennt. (Jochen Schmidt)

Ist es elitär, Proust zu lesen? Ja, das ist es. Proust ist einer der wenigen Autoren, von denen jeder schon mal gehört hat, deren Bücher aber selbst bei Studenten der Literaturwissenschaft nur deswegen im Regal stehen, weils so hübsch dekorativ wirkt.

Jochen Schmidt hat das anders gemacht: Ein halbes Jahr lang je zwanzig Seiten von der Recherche, und dann hat er darüber geschrieben. Erst ein Blog, jetzt ein Buch. Das Blog hab ich verpasst, und jetzt bin ich froh, die 608 Seiten gebunden in der Hand zu haben, statt alles im Netz nachlesen zu müssen, bis die Augen bluten.

Und es lohnt sich. Ich war am Anfang skeptisch, aber es lohnt sich. Schmidt liest Proust ganz anders,
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als ich ihn gelesen habe, und auf sehr persönliche Art intensiv. Schmidt liest Proust, um irgendetwas in sich selbst zu finden und zu verfeinern, das er Seele nennt, und ihm dabei zuzusehen, wie er unsicher, aber charmant in seinen Empfindungen herumtrappst, manchmal nostalgisch wird, seine Tagträume feiert, hat etwas beruhigend privates.

Bei Lesebühnenautoren, wie Schmidt einer ist, wird in Rezensionsnotizen gerne betont, dass sie lustig sind und humorvoll und komisch und schnoddrig und nicht bildungshuberisch. Das stimmt alles, macht das Lesen auch unterhaltsam und kurzweilig, ist aber nicht die Besonderheit dieses Buches. Eher im Gegenteil: wunderbar an diesem Buch ist seine Vorsicht und der Versuch, genau zu sein. Schmidt feiert Proust auf 608 Seiten, indem er mit ihm mitgeht: als würde er Proust zeigen wolle, wie sein Leben ist, und abwarten, was Proust dazu zu sagen hat.

Es ist schön zu sehen, dass Proust, dass Bücher allgemein, Menschen verändern und Empfindungen verfeinern, und dass sie begeistern. So sehr begeistern, dass sich einer die Arbeit macht, ein halbes Jahr täglich drei Stunden die Arbeit macht,
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seine Lektüreerfahrung zu kartographieren.