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Vor nicht allzu langer Zeit galten Nachwuchs und Kinderreichtum als eine Art Lebensversicherung für die Zeit, in der man in ein Alter gekommen ist, wo man sich nicht mehr selbst versorgen kann. Die Zeiten haben sich durch individuelle Vorsorgeprogramme vor allem auf finanzieller Seite über die Jahre stark verbessert, aber wenn die jüngeren Generationen fehlen, entsteht im Alter für den pflegebedürftigen Menschen eine schwierige Situation. Diverse Fragen beschäftigen Homosexuelle, die in ein pflegebedürftiges Alter gekommen sind und gegebenenfalls ohne Partner und ohne Kinder leben. Welche Lebens und Wohnmodelle gibt es für Homosexuelle, denen in ihren Lebensabend eine Vereinsamung und mangelnde Versorgung droht? Ein Thema, das so selten behandelt wurde, dass man denken könnte, wir Schwulen und Lesben bleiben ewig jung und sterben auf einer Party mit ewigen 19 Jahren. Doch wie sieht das Leben im Alter aus, wie sieht es nach dem Rentenbeginn aus und welche Möglichkeiten haben Homosexuelle, wenn sie pflegebedürftig werden? Mit all diesen Fragen beschäftigen wir uns.

Es gibt zahlreiche Studien, Untersuchungen und Berichte über das Coming Out von Homosexuellen, die Partnerwahl, das Berufsleben und Konsumverhalten von Schwulen, aber warum sind Homosexuelle, die in ein stattliches Alter gekommen sind, noch kein präsentes Thema in den Medien oder in der Gesellschaft? Es ist geradezu ein kleines Phänomen, dass das Altern bei Schwulen nicht thematisiert wird. Aber womit hängt das zusammen? In diesem Zusammenhang ist es wichtig, seinen historischen Blickwinkel zu erweitern und das Leben der älteren Generationen von Schwulen in seiner Genese zu betrachten. Die Geschichte zeigt ein langes Zeitalter der Verfolgung der Homosexuellen in Deutschland und Europa. Zurückgehend auf das Jahr 1871 wurde mit der Gründung des Deutschen Reiches ein Gesetz erlassen, das vielen Homo und Bisexuellen das Leben erschweren und in vielen Fällen auch kosten sollte. Der 175 wurde ins Strafgesetzbuch aufgenommen und ermöglichte die Verfolgung und Verurteilung von sexuellen Handlungen unter Männern. Frauen wurden in diesem Gesetz nicht aufgenommen. Lesben wurden verachtet und gesellschaftlich denunziert, aber nicht strafrechtlich verfolgt. Sechsstellige Zahlen von Männern wurden verurteilt, misshandelt und sogar ermordet. In der Hochphase der Homosexuellen Verfolgung wurden Schwule mit einem rosafarbenen Dreieck gekennzeichnet und wie Juden in ein Konzentrations und Arbeitslager gesteckt.

Die berlebenden und in dieser Zeit Geborenen haben 1969 die Entkriminalisierung der männlichen Homosexualität in der Bundesrepublik mit der Reform des 175 Strafgesetzbuches miterlebt. Erst nach dem Mauerfall wurde 1994 der 175 in der alten Bundesrepublik ersatzlos gestrichen. Für die schwulen Männer in dieser Zeit bedeutete diese Gesetzesveränderung, dass sie nicht mehr, wie frühere Generationen, in der dauerhaften Angst und Sorge vor Entdeckung und Bestrafung leben mussten. Die älteren Generationen, die heute unter die Kategorie Ins Alter gekommen“ fallen, haben unter anderem die Ermordung von Homosexuellen im Dritten Reich und die Gefahr des neuen Aids Virus in den 1980er und 1990er Jahren miterlebt. Viele ältere Männer haben trotz ihrer Homosexualität Frau und Kinder gehabt und somit eine Familie gegründet. In der aktuellen Zeit der Emanzipation und Liberalisierung sind diese Schein Ehen immer seltener. Doch was zurückbleibt ist, dass Homosexuelle häufig familien und kinderlos bleiben und im Alter vor einem Problem stehen.

Die Bevölkerung wird immer älter und die Lebenserwartungen steigen. Wo die Bedürfnisse und Wünsche der älteren Generation also immer wichtiger werden, da spielt auch der Anteil der Schwulen und Lesben eine Rolle. Eine Statistik besagt, dass allein in Berlin weit über 40.000 homosexuelle Frauen und Männer, die älter als 65 Jahre sind, leben. Ihre Lebenssituation ist in der ffentlichkeit wenig bekannt und selten ein Thema. ltere lesbische Frauen und schwule Männer führen häufig ein soziales Doppelleben, da sie selten Alten oder Pflegeheime in Anspruch nehmen oder dort ihre sexuelle Orientierung verschweigen. Gerade älteren Homosexuellen fällt es schwer, ihre Angst zu verdrängen und ihre sexuelle Orientierung, ihre Wünsche und Bedürfnisse auszusprechen. Die erlebte und gefühlte Diskriminierung in der Gesellschaft gegenüber Homosexuellen haben auf die Lebensgestaltung insbesondere für ältere Lesben und Schwulen entscheidende Auswirkungen. Die Situation verschärft sich gerade dann, wenn ältere Homosexuelle in ihr viertes Lebensalter“ kommen und pflegebedürftig werden: Die häufig fehlenden familiären Bindungen, die Homosexuelle schon allein aus biologischer Sicht haben, da sie weniger Nachkommen haben,
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reißen eine enorme Lücke in der Altersversorgung für die Betroffenen. Kinder sind neben einer emotionalen und sozialen Bindung auch immer noch eine Unterstützung im Alter und in der Pflege. Alternative Wohnmodelle können in diesem Zusammenhang eine Lösung sein.

Ein Wohn und Lebensmodell sind Haus und Wohngemeinschaften oder Mehrgenerationenhäuser, in denen jeder und jede Aufgaben und Verantwortung für andere und für die Gemeinschaft übernimmt. In einem Mehrgenerationenhaus helfen die Alten den Jungen bei der Kinderbetreuung und die Jungen tragen zur Bewältigung des alltäglichen Haushalts der Alten bei. Ein Geben und Nehmen, je nach den Möglichkeiten, die dem Menschen in deren Alter gegeben sind. Ein ungeschriebener Generationenvertrag. Dieses Konzept ist aber eigentlich eine aufgefrischte Variante des klassischen Familienmodells, das schon in der Steinzeit oder früher gelebt wurde. Neue Kontakte und die Tatsache, ein Teil der Gemeinschaft zu sein, bringen eine enorme Wertsteigerung für das Selbstbild des einzelnen Individuums. In einer Hausgemeinschaft kann sogar jeder und jede die eigene Wohnung behalten, wenn die Bewohner sich zusammengeschlossen haben und sich gegenseitig helfen. In einer sogenannten Alten WG hingegen werden Küche, Bad und Gemeinschaftsräume geteilt. Vor allem die leere Wohnung macht vielen Menschen zu schaffen und führt Senioren ihre Einsamkeit immer wieder vor Augen. Die Senioren WG erfreut sich seit geraumer Zeit wachsender Popularität. Aspekte, wie der Einsamkeit entfliehen und die Selbständigkeit behalten, sind die Vorteile dieses Wohnmodells gegenüber einer Senioren Einrichtung. Die gemeinsame Tages und Freizeitgestaltung sowie die Verbesserung der finanziellen Situation der Rentner sind ebenso tragende Gründe für die Entscheidung einer solchen Wohngemeinschaft.

Ein ähnliches, alternatives und zunehmend beliebtes Wohnmodell, von dem alle Beteiligten profitieren, ist die Wohngemeinschaft von Studenten und Senioren. Diese Wohnpartnerschaften beziehen sich darauf, dass sie in einem Modell Wohnen gegen Hilfe“ zwei soziale Probleme aus der Welt schaffen: Wohnraumknappheit und Mietpreisexplosion machen es vielen Studenten schwer, in den Großstädten noch bezahlbare Wohnungen zu finden. Senioren haben häufig Wohnungen oder Häuser, die sie allein nicht mehr pflegen oder bewirtschaften können, sodass die Partnerschaft mit einem Studenten ein Gewinn für beide Seiten bringt. Im Gegenzug zum kostenlosen Wohnraum für den Studenten werden Arbeiten in der Pflege oder dem Haushalt entrichtet. Also ein so simples, aber geniales Prinzip. Als Faustregel gilt: Pro Monat eine Stunde Hilfe pro Quadratmeter Wohnfläche. Wenn also der Student ein 15 Quadratmeter Zimmer bewohnt, würden etwa 15 Stunden Hilfe pro Monat fällig. Bei Wohnen für Hilfe“ ist nicht nur die kleine Mithilfe im Haushalt positiv, sondern das gemeinsame Wohnen schafft Empathie und überwindet Vorurteile zwischen den Generationen. Obwohl die Studenten keine pflegerischen Aufgaben übernehmen, besteht doch ein gewisses Maß an praktischer Hilfe, die sonst in von ambulanten Pflege und Betreuungsdiensten geleistet werden müsste. Der Bund und die Länder hoffen so, dem drohenden Pflegenotstand durch frische Ideen entgegenwirken zu können.

Aber auch die häufige Horrorvorstellung“ im Alter, dass man in ein Alten oder Pflegeheim umziehen muss, kann durchaus eine Alternative sein. Das Asta Nielsen Haus in Berlin will gerade die Betreuung von Lesben und Schwule fördern und ist in Berlin das erste Pflegeheim für Homosexuelle. Hierfür wird extra die Village Pflegeetage“ eingerichtet. 28 Plätze wurden 2008 vorrangig für pflegebedürftige Lesben und Schwule geschaffen. Dieses Projekt stellt ein diskriminierungsfreies Leben im Alter in den Mittelpunkt seines Konzeptes und richtet sich deshalb als Pflegeeinrichtung besonders an Homosexuelle obwohl Heterosexuelle auch nicht ausgeschlossen werden sollen. Es geht um den gesamten Lebensentwurf, der bei Homosexuellen ein anderer ist. Ihre entsprechend anderen Erfahrungen und Erinnerungen möchten sie natürlich teilen können“, sagt die Leiterin des Asta Nielsen Hauses Kerstin Wecker. Solche Alten , Pflege und Wohnprojekte entstehen in Deutschland flächendeckend in den Großstädten. Aber um die Lebensqualität auch weiterhin aufrecht zu erhalten sind Lesben und Schwule im fortgeschrittenen Alter darauf angewiesen, auf Freizeit und Interessengruppen zu finden, wie 40plus“ für Männer, Safia Lesben gestalten ihr Alter“ für Frauen oder auch Chöre, Sport und Wandergruppen und politische Verbände. Darüber hinaus gibt es im Lesben und Schwulenverband in Deutschland die Gruppe Gay Gray“ in mehreren deutschen Städten.

Die Frage Brauchen wir lesbisch schwule Alten und Pflegeheime?“ ist also mit einem eindeutigen Ja“ zu beantworten, denn man möchte dort nicht eine Ghettoisierung und Isolation fördern, sondern auf Bedürfnisse und Wünsche von Individuen eingehen. Das Thema Altersver und vorsorge wird für Homosexuelle immer bedeutsamer und muss im gesellschaftlichen Bewusstsein präsenter werden. Jeder Mensch hat das Recht, mit Würde und genügend Lebensqualität zu altern und seinen Lebensabend glücklich zu verbringen.

Die Gesellschaft benötigt durch Aufklärung und Empathie ein neues Bild des Alterns und einen neuen Umgang mit dem Alter. Gerade die Betreuung und die Lebenssituation von schwulen und lesbischen pflegebedürftigen Senioren sind eine große soziale und gesellschaftliche Herausforderung. Die Seniorenarbeit und Altenhilfe für Lesben und Schwule muss stärker von Verbänden und Verwaltungen thematisiert und neustrukturiert werden. In diesem Sinne lohnt sich der Blick in die eigene Zukunft. Man sollte sich Gedanken machen, was man sich selber wünscht, wie man leben möchte und welche Einrichtungen einem selbst das Stück Lebensqualität geben können, das wir für unseren Lebensabend vorgesehen haben. (sr)
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