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Der Mercedes SLK nennt sich nun Mercedes SLC. Es ist der vorerst letzte Akt in Daimlers großer Namensänderungs Orgie. Warum der kleine, wendige Roadster jetzt so heißt wie ein großes, nicht ganz so wendiges Coup aus den Siebzigern, erschließt sich nicht sofort. Optisch hat sich jedenfalls nicht allzu viel geändert. Es ist ein bisschen wie bei Pop Starlett Mandy Capristo, die jetzt plötzlich Grace genannt werden will. Vorteil Mercedes SLC: Er wurde nicht schon zweimal von Mesut zil verlassen.

Aber genug von frischen Namen bei Sternen und Sternchen, das weitaus Wichtigere spielt sich beim neuen SLC nämlich unter der Haube ab. Zumindest beim AMG Topmodell ist das so. Aus SLK 55 wird SLC 43. Wie Sie es mittlerweile nicht nur bei Sportwagen gewohnt sind, gibt es auch hier weniger Zylinder und mehr Turbos. Jeweils zwei, um genau zu sein. Anders als oft üblich, sinkt mit der Topf Zahl aber auch die Leistung. Aus 422 PS und 540 Newtonmeter werden 367 PS und 520 Newtonmeter. Jetzt wäre es ein wenig am Ziel vorbei, wenn mit all dem Gesinke hier schon Schluss wäre. Aber natürlich geht es auch mit dem Normverbrauch bergab. Um gar nicht mal so üppige 0,6 auf 7,8 Liter. Der CO2 Ausstoß beträgt nun 178 statt 195 g/km.

Dreht und dreht

Was sich so ein bisschen als Problem beim Wechsel von 55 auf 43 herausstellen könnte: Der alte 5,5 Liter Sauger war (gerade in dieser doch recht überschaubar gewachsenen Hülle) ein überraschend anarchisches Stück Wildheit in einem fahrdynamisch eher mittel prickelnden Roadster. Oder anders: Aus heutiger Sicht war es blanker, aber ziemlich cooler Irrsinn, dem aus diversen Groß Limousinen und SUVs bekannten Biturbo V8 den Biturbo zu entfernen, um ihn einzig und allein im „Stückzahlenwunder“ SLK 55 AMG zu installieren. Natürlich triefte das gute Stück vor Charakter, Schub und klanglicher Potenz. Eine Bürde, welcher der neue 3,0 Liter Biturbo V6 samt seiner Neungang Automatik lustigerweise mit ganz ähnlichen Mitteln trotzt. Ja, auch dieses Aggregat reißt den SLK . äh . SLC in beeindruckender Manier nach vorne. Der 0 100 km/h Sprint dauert mit 4,7 Sekunden trotz der deutlich gesunkenen Leistungsdaten lediglich 0,1 Sekunden länger als bisher. Dabei erweist sich der V6, den wir künftig in zahllosen GLCs, GLEs, C und E Klassen sehen werden, schon ganz links unten im Drehzahlmesser als irre reaktionsschnell und in der Folge so drehfreudig, dass man wahrhaft flinke Fingerlein braucht, um mit der Hochschalterei an den Lenkradpaddles überhaupt halbwegs hinterherzukommen.

Sehr charmanter V6

Zu allem „berfluss“ klingt das Aggregat auch noch reichlich herzergreifend. Ein überaus melodisches und renntaugliches Sägen wird mit einer wahren Flut an Geknalle, Geploppe und einem ganzen Haufen „Rappappaps“ garniert, sobald man den neuen Dynamic Select Knopf (mit Eco, Comfort, Sport, Sport Plus und Individual) auf Sport Plus gestellt hat. Klar: Ein Achtzylinder aus Affalterbach massiert Ohr und Seele nach wie vor deutlich professioneller und auf Dauer (oder in Ortschaften) kann das aufmüpfige Auspuff Gerumpel durchaus etwas viel werden. Aber dann klickt man sich halt einfach zurück in den Comfort Modus und alles ist wieder schwäbisch korrekt. Wir halten fest: Auch mit sechs Zylindern gibt sich der SLC 43 Getöse technisch keine Blöße. Klang und Wesen dieser Maschine verlangen geradezu danach, sie ein ums andere Mal so richtig auszuwringen. Auch in Sachen „Rum ums Eck“ hat AMG nochmal ordentlich angefeilt. Vorder und Hinterachse wurden überarbeitet, es gibt straffere Lager für Motor und Hinterachsgetriebe sowie eine größere Bremse mit 360 Millimeter Scheiben vorne. Gegen Aufpreis schraubt Ihnen Mercedes erstmals auch ein adaptives Sportfahrwerk sowie ein Hinterachs Sperrdifferenzial in Ihren Roadster. Dynamik affine SLK Kritiker würden sagen, das war auch bitter nötig. Zur Ehrenrettung des kleinen Klappdach Cabrios sei gesagt: Mercedes hatte es nie als rasiermesserscharfes Performance Werkzeug la Porsche Boxster oder Lotus Elise positioniert. Und mit dem Wechsel auf den Namen SLC hat sich das auch nicht geändert. In Anbetracht dieser Tatsache (und dem Umstand, dass der SLC 43 mit Fahrer satte 1.600 Kilo auf die Waage bringt) schlägt sich das Auto relativ beeindruckend. Nach wie vor ist der SLC nicht so direkt und agil wie ein Boxster, aufregender als ein Audi TT Roadster wirkt er fahrerisch aber schon. Die Lenkung hat viel Gewicht, ist schnell, aber meldet nicht allzu viel von der Asphalt Front. Dazu erkauft man sich das fast schon aggressive Ansprechen von Motor und Getriebe (die Neungang Automatik ist eine Wucht) im Sport Plus Modus durch eine brettharte Dämpferabstimmung, die nicht wirklich sportlicher, sondern einfach nur unbarmherzig ist. Innen wirkt er nach wie vor erstaunlich luftig und Luxus Partytricks wie das Magic Sky Control Dach (durch die nderung elektrischer Spannung wird das große Glasdach auf Knopfdruck heller oder dunkler) oder eine Nackenheizung beeindrucken auch den verwöhntesten Sonnenanbeter. Das Klappdach selbst kann nun bis 40 km/h geöffnet und geschlossen werden. Außerdem muss man die Kofferraumabtrennung, die Einkäufe, Koffer und ähnliches vor der Rigorosität des herunterfahrenden Dachs rettet, ab jetzt nicht mehr selbst nach unten klappen. Ein größeres und etwas aufgefrischtes Navi Infotainmentsystem sowie das Neueste aus Stuttgarts nimmermüder Assistenzsysteme Küche vollenden die Facelift Bemühungen.

Nun ist auch der Mercedes AMG SLC 43 kein puristischer Sportwagen geworden. Sollte er sicher auch gar nicht. Aber trotz des Verlustes zweier Zylinder ist er ein überraschend charismatischer, schneller (und verdammt lauter) Roadster mit nach wie vor überragender Alltagstauglichkeit. Die Preise für den Spitzen SLC starten bei 59.887 Euro. Damit liegt er ziemlich genau zwischen dem neuen Porsche 718 Boxster und dem 718 Boxster S. Der Marktstart ist bereits erfolgt.
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