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Umfrage: An der Szene stört mich .

Was mir an der Schwulen Community nicht gefällt? Leider gibt es da so einiges, was mich an unserer schwulen Community stört Meckern kann zwar jeder, wird ja auch oft gemacht, aber trotzdem gibt es ernstzunehmende oder sehr störende Dinge, die sich leider sehr breit gemacht haben! Stark aufgefallen ist mir der leider immer mehr bei jüngeren Schwulen zunehmende Drogenkonsum. Dass man sich auf fast jeder Party, Veranstaltung oder Kneipentour mit Drogen, wie Crystal, Koks etc., wegschießen muss, verstehe ich nicht. Oft genug kann man dann die ganzen Druppies und Drogenleichen“ überall umfallen sehen und oft genug passieren Unfälle oder Schlimmeres! Leider herrscht auch sehr viel Neid, Eifersucht, Angst vor dem Unbekannten, Missgunst, Intoleranz und leider auch viel berheblichkeit. Jeder möchte immer besser sein als der andere. Und wenn mal jemand nicht ins Bild passt, wird er ausgegrenzt, es werden Geschichten und Storys verbreitet und der/diejenige wird gemieden. So etwas habe ich leider in diesem Ausmaß bisher nur in den schwulen Communitys beobachten können. Doch trotz dieser vielen unschönen oder schlechten Dinge weiß doch jeder, wie wichtig die Community für unser öffentlich schwules Leben ist! Deshalb sollten wir sie unterstützen, pflegen und ihr helfen größer, stabiler und stärker zu werden! Denn was unsere Vorgänger für uns geschaffen haben, sollten wir nie vergessen und es mit Ehrfurcht weiter ausbauen!

Ich lerne viele Schwule in den Lokalen kennen, aber auch sehr viele übers Internet. In den Szeneläden trifft man sich, verschwindet im Dunklen, um anschließend oft unbekannt seiner Wege zu gehen. Mann will nur spielen“, echte Beziehungswillige sind schwer zu finden. Wenn man sich verabredet, kommt es nicht selten vor, dass man allein im Kaffee sitzt, weil der andere Muffensausen bekommen hat oder sich zu Hause freut, jemanden verarscht zu haben. Diese Online Männerkataloge“ sind kein Portal mehr zum Kennenlernen, Verabreden, Treffen und gemeinsamen Spaß haben. Da gibt es nur unzählige Fotosammler und Bildergucker. Ich bekomme oft Mails wie Hast du auch Nacktpics?“, Darf ich mal deinen Schw. sehen?“, und wenn man ein Bild sendet, ist die Kommunikation beendet. Noch gruseliger ist, wennes tatsächlich zum Treffen kommt und die Person vom Profil nicht mit der Person zusammenpasst, die vor dir steht.

Ich bin nach Berlin gezogen, um in die Szene einzutauchen, mich frei bewegen zu können und mich als Schwuler nicht als Außenseiter zu fühlen. In meiner Thüringer Provinz“ wäre ich sicher kein Single mehr, aber es wäre dort auch langweiliger. An Berlin nerven mich jedoch die Straßen in der Szene, in denen man sich als Schwuler nicht sicher fühlt; am schlimmsten ist es, wenn man von ausländischen Strichern angepöbelt wird, die meinen, dass man in ihr Revier“ eingedrungen sei. Mit der Berliner Szene verbindet mich eine Hass Liebe. Auf der einen Seite lebe, arbeite und flaniere“ ich hier, auf der anderen Seite würde mich die Szene erdrücken, wenn ich ihr nicht ab und zu entfliehen würde. Viel zu leicht taucht man aus der normalen“ Welt ab, wenn man dazu noch schwul arbeitet. Dann sieht man wirklich alles in Regenbogenfarben.

Ich darf mich eigentlich nicht beschweren, denn dort, wo ich weggezogen bin, gibt es erst gar keine Szene. Da ist das Großstadt Leben für schwule Männer schon paradiesisch. Hier geht man offener mit Sexualität um und man ist als Anders Lebender schneller integriert. Aber ich habe meine Erfahrungen mit der Szene schon gemacht. Was mich gestört hat, war die Oberflächlichkeit im Umgang miteinander. Das heißt, eine tiefe Freundschaft zu finden war sehr schwierig. Vielleicht liegt es an der Unnahbarkeit,
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die eingesetzt wird, um nicht verletzt zu werden. Das mag, wenn man Single bleiben will, schön sein, denn so kann man weiter unbegrenzt Partys feiern. Was mich auch stört, ist, dass in den Saunas und Darkrooms viele Männer auf Kondome verzichten und lieber unsafe rummachen. Wenn ich auf Safer Sex bestand, wurde oft sofort abgelehnt. In der Szene herrscht außerdem ein sehr starker Körperkult. Wenn man nicht den gerade herrschenden Schönheitsnormen entspricht, wird es mit der Kontaktaufnahme schwierig. berhaupt Kontakte aufzunehmen, ist ja in der letzten Zeit ein Problem geworden: Da sitzen die Jungs anstatt in einer Kneipe doch lieber drei bis vier Stunden vor dem PC, wo sie im Chat auf der Suche nach der schnellen Nummer sind. Dabei ist es doch viel spannender, wenn man beim Ausgehen den netten Mann entdeckt und bevor es zur Kontaktaufnahme kommt auch miteinander flirtet.

Mich stört die Oberflächlichkeit der Schwulen. Mit oberflächlich“ meine ich: Wenn man nicht gerade eine Rolex am Handgelenk trägt, sich die Wimpern getuscht hat und dann noch ein bisschen korpulenter ist, gehört man nicht mehr dazu. Es wird nicht mehr auf den Menschen geachtet, der dahinter steckt. Weiterhin stört mich die extreme Weiblichkeitsquote. Ich bin homosexuell, weil ich auf Männer stehe und nicht auf Männer, die Frauen sein wollen. Ich glaube fast, einige gestehen sich nicht ein, dass sie eigentlich transsexuelle Tendenzen in sich haben. Schwule lassen auch gerne auf sich warten, ebenfalls eine weibliche Eigenschaft. Ich finde Pünktlichkeit wichtig und bin selbst lieber 10 Minuten zu früh an der verabredeten Stelle, als 10 Minuten zu spät.

Was mich auch nervt, ist dieses ganze unsafe Verhalten beim Sex. Ebenso die immer wieder kehrenden Fragen Wie groß ist deiner?“ und Wann können wir miteinander?“ Da wird nur noch Wert darauf gelegt, ob jemand aktiv oder passiv ist, der Mensch selber ist dabei völlig unwichtig. Da wünsche ich mir, dass man mal wieder mehr auf den Menschen an sich eingeht und sie nicht nur von außen betrachtet. Und dass die Menschen sich die Chance geben, miteinander zu reden.

Mir fällt verstärkt auf, dass gerade die Jüngeren durch diesen ganzen Handy Wahn nicht mehr so kommunikativ sind wie früher. Das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass die ganze Kneipenkultur ein bisschen den Bach runter geht. Als ich vor 15 Jahren in die Szene kam, hatte man viel mehr Kontakte und Gespräche in den Kneipen. Das braucht man heutzutage alles nicht mehr, schließlich stehen alle wichtigen“ Angaben ja schon bei GayRomeo drin; sofern sie denn stimmen. Ob Schwule zuverlässig sind, weiß ich nicht. Ich wage aber mal zu behaupten dass es da keinen großen Unterschied zwischen Schwulen und Heterosexuellen gibt. Ich glaube aber, dass ältere Leute so ab 40 zuverlässiger sind, als die jetzigen 20Jährigen. Ich finde schade, dass die Jungs trotz der ganzen Kampagnen der Aids Hilfen nicht mehr so aufgeklärt sind und ihre Vorsicht nachlässt. Auch das liegt ein wenig am Internet, weil dort alles viel zügiger abläuft und es so einfach gemacht wird, sich mal schnell eben jemanden nach Hause zu bestellen.

Und wenn man sich mit seinem Outfit in den Mittelpunkt katapultiert was ich ganz gerne mache , kommt es immer wieder vor, dass es gerade bei uns auf dem Land Neider gibt, die sich auf den Schlips getreten fühlen, weil sie auch Aufmerksamkeit haben möchten. Aber liegt es nicht an uns allen, dass man sich mal selbst darstellen will?

Ich finde es schade, dass sich die Hamburger Szene sehr verändert hat. Im Vergleich zu anderen Großstädten wie Köln und Berlin haben wir sehr wenig Kneipen, in die ich wirklich gerne gehe. Früher gab es auf St. Pauli das Katharina“, wo man sich wohlfühlte, miteinander reden konnte und eine bestimmte Atmosphäre herrschte. Gäbe es ähnliche Alternativen, würde ich die auch besuchen. Da bieten die schwulen Filmfesttage in Hamburg mit ihrer langen Tradition wesentlich mehr Möglichkeiten, mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Leider sind die aber auf eine Woche begrenzt. Die zweite Alternative ist das Queer Tango Festival, das ich mitorganisiere. Das sind für mich selbstgeschaffene Szenen, wo man etwas Besonderes erleben kann. Leider hat sich viel durch das Internet verändert. Wenn man früher jemanden kennen lernen wollte es gab ja mal eine Zeit, wo es das Internet nicht gab ging man aus. Heute braucht man gar nicht mehr vor die Tür zu gehen, was wiederum zur Folge hat, dass durch das Wegbleiben der Gäste einige Kneipen aufgeben mussten. Junge Leute von heute finden auch die Abgrenzung zur Hetero Welt“ nicht mehr notwendig. Zu meiner Zeit gab es Kneipen mit Klingel, das muss man der heutigen Jugend mal erklären. Man nahm sich stärker als schwuler Mann wahr, schuf sich eigenen Raum. Das hatte etwas Besonderes. Heute verschwimmt die Szene; Jüngere finden es nicht mehr wichtig, einen rein schwulen Laden zu besuchen. Ich fände es toll,
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wenn sich die Kneipe Szene wieder stärker entwickeln würde. (VVG)