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Review von Manuel Berger

Auf „A Sance Of Dark Delusions“ begaben sich Nordic Giants in düstere, vom Verfall geprägte Gegenden. Hoffnungsvolle Töne blieben gleichwohl nicht aus.

Während auf den früheren Werken der Briten häufig Gastsängerinnen die sphärischen Kompositionen bereicherten, lenkt diesmal auf Vocalebene nichts mehr von den im Zentrum stehenden Spoken Word Samples ab. Bewusstseinsforscher Terence McKenna philosophiert im Opener „Taxonomy Of Illusions“ über das, was er als soziale Illusionen bezeichnet Xenophobie, Sexismus, Rassismus, Egoismus, Klassismus: „The world is riddled and rules by these social illusions. And no one is free of them“.

Nordic Giants strukturieren und inszenieren die Rede nach ihren Vorstellungen, reagieren mit Musik darauf. Während McKenna spricht, hält sich das Duo zurück, lässt den Worten Raum. Sie unterteilen den Vortrag in Sinnabschnitte, die Pausen dazwischen füllen sie mit expressiven Instrumentalparts und schaffen so Zeit,
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über das Gehörte nachzudenken, interpretieren das Gesagte aber auch und führen gewissermaßen die logische Konsequenz vor.

„We’re not going silently into the gentle night“, heißt es etwa unmittelbar vor dem ersten dynamischen Ausbruch. In der ersten Minute prangert McKenna noch die Blindheit der Menschen an, Nordic Giants untermalen es mit düster wabernden Synthesizern. Mit dem eben genanntem Satz deutet McKenna einen Ausweg an: In der Folge dreschen Nordic Giants energisch aufs Schlagzeug ein und legen darüber eine Klaviermelodie, die puren Optimismus verströmt.

Neben McKenna finden sich auch Zitate von unter anderem Martin Luther King dessen „The time comes when silence is betrayal. That time has come for us today. [.] We are always on the verge of being mesmerized by uncertainty“ die Musik in „Spirit“ mit melancholischeren Klängen spiegelt. Trotz anhaltender Dissonanzen schälen sich auch hier gegen Ende aufbauende Leads heraus.

Einem ähnlichen Prinzip folgt „Dystopia“, von dessen Titel man sich nicht in die Irre führen lassen sollte: „It’s a program. And we can step out of it if we choose to. Just let go it’s beautiful“. Und genau das tun Nordic Giants: Sie lassen los und entfesseln ein sprudelndes Piano Arpeggio, das dem brüchig verzerrten Synth Teppich darunter entflieht. Wichtiges Soundelement sind außerdem Blechbläser, die ihren große Auftritt in „First Light Of Dawn“ haben. Der Track kommt ohne Worte aus und lebt von bedächtig anschwellen Posaunen.

Den atmosphärischen Höhepunkt erreicht „Amplify Human Vibration“ in „Reawake“. Ausnahmsweise vertrauen Nordic Giants hier auf weibliche Vocals, die allerdings nur zu Harmoniezwecken dienen und fest im Instrumental Backing verankert sind. Zur unwirklich ätherischen Basis rezitiert Alan Watts: „Try and imagine what it will be like to go to sleep and never wake up. You can’t have an experience of nothing. So after you’re dead the only thing that can happen is the same sort of experience as when you were born. And if you think long enough about that, something will happen. It’ll pose the next question to you: What was it like to wake up after having never gone to sleep. That was when you were born“.

Nordic Giants beschäftigen sich mit dem Wesen des Menschen, davon ausgehend mit der Gesellschaft und ziehen eine Verbindung zum Universum. Sie bieten keine Songs im klassischen Sinne, sondern stellen den Soundtrack zu sorgfältig kuratierten philosophischen Ideen. Wegen des überwiegenden Verzichts auf gängige Strukturen und des extensiven Einsatzes von Spoken Word ist das zwar alles andere als zugänglich.

Wer „Amplify Human Vibration“ aber von Vornherein als esoterische berambition abstempelt,
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verpasst grandioses Ambient lastiges Art /Post Rock Kopfkino. Demnächst sollen zur Vervollständigung noch ein Kurzfilm und eine Dokumentation folgen. Bilder entstehen beim Hören von Rkas und Lökis Musik aber auch so genug.

Die Musik ist schlicht und würde selbst als Soundtrack ohne Reden zu Tode langweilen. Ist bereits in die Tonne gelandet. Zukünftig würfele ich meine CD Käufe aus.